26.02.09 | Jugend | Nicole Bleis/Hermann Krischer
Spannende und erlebnisreiche Karnevalstage erlebten vom 19. bis 22. Februar 2009 Schüler und Schülerinnen der SpVgg. Burgbrohl, des Diezer TSK Oranien sowie des LATV Plauen in einem Traininglager für Nachwuchsgeher im rheinländischen Burgbrohl. Auf Einladung der SpVgg. Burgbrohl und unter fachmännischer Leitung vom dortigen Trainer Hermann Krischer sowie Trainer Udo Wieschke vom LATV Plauen haben 24 Mädchen und Jungen nicht nur einen Einblick in die spannende Disziplin des Gehens erhalten, sondern auch gelernt, wie echte Rheinländer Jecken Karneval zu feiern.
Nachdem alle an Weiberfastnacht angereist waren und auf Gastfamilien in Burgbrohl verteilt worden sind, ging es auch schon los mit dem „Training“. Als erste Einheit stand jedoch nicht das Gehen im Vordergrund, sondern gefordert waren eine schnelle Reaktion, gute Fangfertigkeiten und eine ausgeprägte Beweglichkeit, als es darum ging beim Karvnevalsumzug im benachbarten Ort Bell die besten Süßigkeiten und Knabbereien zu ergattern. Damit das Gehen jedoch auch nicht am ersten Tag zu kurz kam, ging es nach dem Umzug auch schon gleich weiter zur gemeinen Trainingseinheit rund um den Laacher See. Dort konnten Anfänger erste Erfahrungen in einer rundum anspruchsvollen Disziplin erlangen, während die schon erfahrenen Athleten unter den Schülern ihre Fertigkeiten verbessern konnten.
Tag zwei des Trainingslagers brachte allen eine andere Facette der Leichtathletik näher: Das Hammerwerfen. „Gehen und Hammerwerfen, wie passt das überhaupt zusammen?“, könnte sich der ein oder andere vielleicht fragen. „Aber sicher doch!“, waren sich die beiden Trainer einig. Denn im Schülerbereich sollte stets die komplette Leichtathletik trainiert werden, damit den Athleten nicht nur ein Einblick in die riesige Vielfalt dieser wunderbaren Sportart zu verschaffen, sondern auch so viele Fertigkeiten und koordinative Fähigkeiten wie möglich zu schulen. Insbesondere der Hammerwurf als auch das Gehen kommen jedoch in den meisten Vereinen im Training einfach zu kurz.
Tag 3 stand in Burgbrohl ganz im Zeichen des Techniktrainings auf der Kunststoffbahn. Dem geschulten Auge von Udo Wieschke entging dabei nicht die kleinste Ungereimtheit im Bewegungsablauf, sodass nie Nachwuchsgeher so ihre Technik deutlich verbessern konnten und viel dazulernten. Was der Nachwuchs so alles gelernt hatte, konnte er am letzten Tag beim Schaulaufen unter Beweis stellen. Denn ein letztes Mal waren auf der Bahn Leistungs- und Stiltests angesagt, die sogar für die eine oder andere Überraschung beim Trainerstab sorgten. Denn jeder Sportler hatte auf seine Weise und in einem gewissen Umfang etwas dazu gelernt und konnte dies auch auf der Bahn umsetzen. Schon allein dafür hat sich das Trainingslager allemal gelohnt.
Wer jetzt dachte die Teilnehmer hätten außer dem Training nichts Spannendes die Karnevalstage erlebt, der hat sich getäuscht. Denn nicht nur eine Besichtigung auf einer extra für die Gruppe geöffneten Burg mit gleichzeitigen spannenden Erzählungen über das Mittelalter ließ die Leichtathleten staunen, auch ein Besuch im nahe gelegenen Schwimmbad sowie die Vorführung eines Zauberers ließ keine Zeit für Langeweile. Absolutes Highlight war für alle sicher der gemeinsame Karnevalsumzug als Fußtruppe durch Oberzissen. Getreu dem Motto „Brohltal Next Topmodel“ zeigten die Jungen als Dressman kostümiert und die Mädels als Models unter der Führung von Hermann Krischer, der in die Rolle von Karl Lagerfeld geschlüpft war, wie man sich auf dem Laufsteg zu bewegen hat und verteilten über 1000 Beutel an Süßkram an die begeisterte Zuschauermenge. Dabei durften die Sportler endlich einmal das tun, was erfahrene Gehertrainer sonst immer kritisieren: Kräftig mit dem Hintern wackeln, wenn es darum ging, auf einem 6 m langen, durch das Dorf gezogenen, Laufsteg ihr Können unter Beweis stellen. Ein einmaliges Erlebnis für alle!
Abschließendes Fazit der Veranstalter war nicht nur eine deutliches Verbesserung im Gehen bei den Teilnehmern, sondern auch, dass durch die Unterbringung in Gastfamilien, neue Freundschaften geschlossen wurden, sodass der Abschied für alle besonders schwer fiel. Daher waren sich auch alle einig im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder zu kommen. Vielleicht dann in Plauen oder Diez?