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11.03.2017 | Verband | www.sportbund-rheinland.de

Die Ware Sport darf ihren Wert haben

Partner des LVR:

„Was nichts kostet, taugt auch nichts.“ Mit dieser landläufigen Aussage entließ Dietmar Fischer, Diplom-Wirtschafts-Ingenieur im Sportmanagement, seine rund 70 Zuhörer eines Seminars der SBR Management-Akademie zur kostengerechten Beitragsgestaltung in den Abend. Sein Ziel im Haus des Sportes war es, die Vereinsmanager für eine kostengerechte Beitragsgestaltung in ihrem Verein nicht nur zu sensibilisieren, sondern auch zu motivieren.

„Kostengerechte Beitragsgestaltung“: Ein Thema, das auch vor dem Hintergrund der geforderten Erhöhung der Mindestmitgliedsbeiträge auf großes Interesse stieß (Foto: SBR).

„Kostengerechte Beitragsgestaltung“: Ein Thema, das auch vor dem Hintergrund der geforderten Erhöhung der Mindestmitgliedsbeiträge auf großes Interesse stieß (Foto: SBR).

„Führen Sie Ihren Mitgliedern im Detail vor, welchen Wert die Ware Sport in Ihrem Verein hat“, sagte Fischer und warb gleichzeitig für ein „aktives zukunftsorientiertes Finanzmanagement anstatt einer vergangenheitsorientierten Finanzverwaltung“. Der Referent, selbst ehrenamtlicher Geschäftsführer in einem Karate-Verein, sieht das Idealbild des Sportvereins nach dem Motto „Einer für alle – alle für einen“ im Wanken. In der Berufs- und Freizeitwelt mit immer mehr Sportanbietern herrsche ein ausgeprägtes Kosten-Nutzen-Denken. Ein Wertewandel vom Idealisten zum Individualisten sei auch im Sportverein unverkennbar. Aktive Sportvereinsmitglieder seien „Konsumenten von Sport- und Freizeitangeboten“ mit einer entsprechenden Erwartungshaltung an Quantität und Qualität der Sportangebote. 

Auch vor diesem Hintergrund appellierte Fischer an seine Zuhörer: „Denken Sie offensiv darüber nach, welche Beiträge angemessen sind. Und dies in Bezug auf die angebotenen Leistungen, die wirtschaftliche Situation Ihrer Mitglieder und im Vergleich zu anderen Sport- und Freizeitanbietern.“ Nach den Erfahrungen des Referenten sollten mindestens Zwei-Drittel aller Gesamtkosten des Vereins über die Mitgliedsbeiträge gedeckt werden. Diese Einnahmen seien im Gegensatz zu Spenden, Sponsoring und Zuschüssen eine kalkulierbare Größe. Fischer gab seinen Zuhörern auch wertvolle Impulse zur Beitragsgestaltung bei passiven und aktiven Vereinsmitgliedern, in Einsparten- und Mehrspartenvereinen sowie bei Nichtmitgliedern, die lediglich Kursangebote des Vereins wahrnehmen, mit auf den Weg. Das einstige „Solidarprinzip“, nach dem in einem Verein alle Kosten auf allen Schultern verteilt werden, sieht der Referent besonders in Mehrspartenvereinen als nicht mehr existent an. Stattdessen würden höhere Kosten einzelner Abteilungen (Ausreißer- bzw. Verursacherprinzip) durch Zusatzbeiträge aufgefangen.

Fischer ließ keinen Zweifel daran, dass viele Sportvereine ihr Produkt auch bei Erhebung der geforderten Mindestmitgliedsbeiträge ab 2018 unter Wert verkaufen und appellierte ans Selbstbewusstsein des organisierten Sportes: „Der Beitrag ermöglicht qualitativ hochwertige Leistungen. Er ist kein Almosen, sondern eine Verpflichtung der Mitglieder zur Erfüllung der Aufgabe ihres Vereins.“ Die neuen Mindestmitgliedsbeiträge mit Erläuterungen und Argumentationshilfen finden Sie hier.


20.03.2017 |