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02.04.2017 | Verband | www.lsb-rlp.de

Viele Stolpersteine im Kopf

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Die LSB-Frauenvollversammlung am Samstag, 01. April 2017 in Mainz widmet sich der Inklusion im Sport. Lob gab es von Frauenministerin Anne Spiegel.

Inklusion ist ihnen ein Herzensanliegen (v.l.): Claudia Altwasser (LSB-Vizepräsidentin für Gesellschaftspolitik), Matthias Rösch (Behindertenbeauftragter des Landes), Nora Sties (Trainerin Rollstuhlsport beim TV Mainz-Laubenheim), Anne Spiegel (rheinland-pfälzische Frauenministerin), Dr. Angelika Trabert (Paralympics-Medaillengewinnerin im Dressurreiten 2012 in London) und Karl Peter Bruch (Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Rheinland-Pfalz). Foto: M. Heinze

Inklusion ist ihnen ein Herzensanliegen (v.l.): Claudia Altwasser (LSB-Vizepräsidentin für Gesellschaftspolitik), Matthias Rösch (Behindertenbeauftragter des Landes), Nora Sties (Trainerin Rollstuhlsport beim TV Mainz-Laubenheim), Anne Spiegel (rheinland-pfälzische Frauenministerin), Dr. Angelika Trabert (Paralympics-Medaillengewinnerin im Dressurreiten 2012 in London) und Karl Peter Bruch (Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Rheinland-Pfalz). Foto: M. Heinze

Das Thema der Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ein ständiger Prozess. Das betonte die rheinland-pfälzische Frauenministerin Anne Spiegel bei der Frauenvollversammlung, zu der der Landessportbund Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Über Grenzen denken“ in die Lotto-Loge der Opel Arena in Mainz geladen hatte.

„Es gibt noch immer viele Stolpersteine im Kopf, viele zu viele Menschen haben eine Schere im Kopf“, sagte die frühere Hürdenläuferin Spiegel („Meine drei Kinder gehen voller Überzeugung in eine inklusive Kita“) vor fast 50 Zuhörern im Rahmen einer Diskussionsrunde, die vom Paralympics-Medaillengewinner, Pfarrer und Kabarettisten Rainer Schmidt moderiert wurde und bei der neben Karl Peter Bruch (Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Rheinland-Pfalz) und Matthias Rösch (Behindertenbeauftragter des Landes) auch Dr. Angelika Trabert (Paralympics-Medaillengewinnerin im Dressurreiten) und Nora Sties (Trainerin Rollstuhlsport beim TV Mainz-Laubenheim) mit von der Partie waren. „Ich finde es total wichtig, mit im Kopf zu behalten, dass wir alle vom Thema Barrierefreiheit profitieren.“ Der Sport, betonte Spiegel, spiele bei der Inklusion eine wichtige Rolle. „Inklusion funktioniert dann gut, wenn sie auch das Bildungsangebot erreicht.“ Die Ministerin wörtlich: „Diese Veranstaltung atmet den Geist, nicht zaghaft zu sein, sondern mutig die Dinge anzugehen.“

Zu Beginn hatten Nora Sties und Dr. Angelika Trabert mit ihren Vorträgen wertvolle Impulse ins Plenum gesandt. Sties, die das Projekt „Die Schule rollt!“ initiiert hat, ging der Frage nach, wie Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen können. Die Rollstuhlfahrerin („Für mich heißt Teilhabe, dass jeder eine Wahlmöglichkeit hat“) legte dar, dass zehn Prozent der Bevölkerung einen Behindertenausweis haben. „Das ist eine Menge – das macht in Rheinland-Pfalz 400.000 Menschen aus“, sagte Sties. „55 Prozent davon sind älter als 65 Jahre.“ Beeinträchtigt zu sein sei also vor allem auch ein Altersproblem. Wobei die Beeinträchtigung keineswegs daraus entstehe, dass man beispielsweise nicht laufen könne. Wirklich beeinträchtigt sei man erst, wenn dadurch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben leide. „Für gemeinsamen Sport brauchen wir mehr offene niedrigschwellige Breitensportangebote und eine große Bereitschaft, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen“, befand Sties. „Wir brauchen Netzwerke über den Sportverein hinaus, persönliches Engagement des und für den Einzelnen sowie ein Verständnis dafür, dass gemeinsamer Sport auch spezialisierte Spartenangebote bedeuten kann.“

„Es hilft auf jeden Fall, neugierig zu bleiben und zu Menschen mit Handicap nicht gleich zu sagen, dass sie etwas nicht können“, betonte Dressurreiterin und Pferdeliebhaberin Trabert. „Über Grenzen denken“ bedeutet für die Narkoseärztin mit den Oberschenkelprothesen, sich immer einen Weg zu suchen, „wie es alleine gehen kann“. Trotz allem, was vielleicht schwierig erscheine, gelte es, die Dinge anzupacken und sie einfach zu tun.

„Die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen ist im deutschen Sport gut verankert, trotzdem ergeben sich immer wieder Fragen, ob Inklusion im Sport erreicht ist“, resümierte Claudia Altwasser, LSB-Vizepräsidentin für Gesellschaftspolitik, deutlich. „Ich kann diese Frage wahrheitsgemäß nicht beantworten.“ Wenn es dank der Frauenvollversammlung gelungen sei, Menschen dafür zu begeistern, Aktivitäten für die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Behinderungen auszubauen bzw. zu unterstützen, dann habe der LSB sein Ziel erreicht.


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