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11.05.2017 | Wettkampf | www.leichtathletik.de

Krause will Rekord verbessern

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Bestzeit im ersten Saisonrennen über ihre Spezialstrecke – besser hätte es für Gesa Felicitas Krause nach all den intensiven Vorbereitungscamps beim Diamond League-Meeting in Doha nicht laufen können. Ihr deutscher Rekord über die 3.000 Meter Hindernis steht nun bei 9:15,70 Minuten. Langfristiges Ziel der 24-Jährigen ist es, diese Bestmarke weiter zu verbessern. Schließlich soll sie für die nachfolgenden Läuferinnen nur schwer zu knacken sein.

Gesa Krause will ihren Rekord kontinuierlich verbessern (Foto: Iris Hensel).

Gesa Krause will ihren Rekord kontinuierlich verbessern (Foto: Iris Hensel).

Angepeilt war für den Saisoneinstand eine Zeit unter 9:20 Minuten, denn Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) war direkt aus Potchefstroom (Südafrika), ihrem letzten von insgesamt drei Trainingslagern 2016/2017, nach Katar gereist. Im Weltklasse-Feld von Doha gelang der Olympia-Sechsten vergangenen Freitag dann aber ein Bilderbuch-Start in den WM-Sommer: Die 24-Jährige verbesserte ihren eigenen deutschen Rekord aus dem Olympiafinale von Rio (9:18,41 min) um knapp drei Sekunden auf 9:15,70 Minuten.

Dabei ging es ihr vor dem Rennen gar nicht so gut. "Ich war sehr aufgeregt vor dem Start", erinnert sie sich. Umso besser, dass ihre Eltern im Stadion waren, was bei den auf alle Kontinente verstreuten Diamond League-Meetings eher selten vorkommt. "Ich wollte ihnen mit meiner Leistung dann auch etwas zurückgeben.“ Nicht vor Ort sein konnte ihr langjähriger Coach Wolfgang Heinig. Auch ihrem Trainer will sie für seinen Einsatz bei der täglichen Arbeit ein gutes Resultat bescheren.

Nächste Schwelle: 9:10 Minuten

Während an der Spitze die Afrikanerinnen einen Kurs Richtung Neun-Minuten-Marke einschlugen,
machte Gesa Felicitas Krause mit etwas Abstand dahinter ein geschicktes Rennen. Dass das Tempo auch bei ihr stimmte, konnte sie an den Kilometer-Durchgangszeiten der Spitzengruppe ablesen. Den Wettstreit auf der Zielgeraden um Platz sechs mit der Äthiopierin Sofia Assefa (9:15,66 min) verlor sie zwar knapp um vier Hundertstel, dieser trug aber zu einer noch schnellere Rekordmarke bei.

Vorn dominierten wie immer die Afrikanerinnen: Die Olympia-Zweite Hyvin Kiyeng (9:00,12 min) verfehlte die Neun-Minuten-Grenze nur um einen Hauch und siegte vor der Olympia-Vierten Beatrice Chepkoech (beide Kenia; 9:01,57 min) und Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Ruth Jebet (Bahrain; 9:01,99 min). Die junge Kenianerin Celliphine Chepteek Chespol rannte als Vierte in 9:05,70 Minuten U20-Weltrekord. Von der Breite in der Spitze gesehen war es das schnellste Frauen-Hindernisrennen aller Zeiten.

"Wenn man diese Zeiten sieht, ist das doch nochmal eine andere Welt", stellt Gesa Felicitas Krause fest. Ihre nächste persönliche magische Marke, die sie dieses oder nächstes Jahr angreifen will, sind die 9:10 Minuten. "Das Ziel ist es, langfristig gesehen den Rekord noch weiter in die Höhe zu treiben, sodass er dann auch möglichst lange bestehen bleibt." Denn Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden. "Und je schneller ich laufe, desto weiter kann ich das in die Ferne rücken."

DLV-Rekord Nummer zwei in Doha, 5.000-Meter-Debüt in Shanghai

Ihre 9:15,70 Minuten waren an jenem Abend in Doha bereits der zweite deutsche Rekord. Vom gigantischen Speerwurf auf 93,90 Meter von Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena) und den anderen starken DLV-Ergebnissen erfuhr die Team-Kollegin jedoch erst nach ihrem Rennen. Sie war währenddessen beim Aufwärmen und ganz auf sich konzentriert. "Jeder macht zuerst seinen eigenen Wettkampf. Danach freut man sich gemeinsam, dass alle fünf Deutsche eine sehr gute Leistung gebracht haben."

Beim zweiten Diamond League-Meeting in Shanghai (China) wagt Gesa Felicitas Krause am Samstag (13. Mai) ihr Debüt über die 5.000 Meter. Da neben ihr nur eine weitere Europäerin im sonst rein afrikanischen Feld gemeldet ist, vermutet sie ein relativ hohes Tempo. "Demnach werde ich mich erst mal zurückhalten und versuchen, mich im Verlauf so weit wie möglich nach vorn zu arbeiten", beschreibt sie ihre Taktik. Eine Zeit unter der WM-Norm für London (15:22 min) und im Bereich von 15:10 Minuten ist das Ziel.

Bei diesem Ausdauer-Vorhaben kann sie von ihrer guten Saisonvorbereitung profitieren, die auf eine Halbmarathon-Premiere in Ras al Khamaih (Ausstieg bei Kilometer 15) ausgerichtet war. Zwei Kenia-Trainingslager standen vor dem letzten Südafrika-Aufenthalt auf ihrem Trainingsplan. Die Europameisterin von Amsterdam (Niederlande) ist im Vergleich zum Olympiajahr schneller geworden, das hat schon das erste Rennen gezeigt. Und die Schnelligkeit soll sich in den nächsten Monaten noch steigern.

100 Prozent für eine WM-Medaille geben

Starke Resultate von europäischen oder US-amerikanischen Läuferinnen wie der Olympia-Dritten Emma Coburn (in Doha Platz fünf in 9:14,53 min, in Rio Kontinentalrekord in 9:07,63 min) machen der Frankfurterin Mut, sich selbst weiterzuentwickeln. "Wir zeigen, dass wir international konkurrenzfähig sind und den Afrikanerinnen zumindest hin und wieder Paroli bieten können. Sie sind in der Gesamtheit deutlich stärker als wir Europäer zum Beispiel, aber nicht unschlagbar – das ist wichtig zu unterstreichen", sagt die Hindernis-Spezialistin, die mit WM-Bronze 2015 in Peking (China)  ihren bislang größten Erfolg feiern konnte.

Diesen Coup würde sie im WM-Finale von London gern wiederholen. "Ich werde alles dafür tun, dass ich an diesem Tag 100 Prozent fit bin. Und ich werde in dem Rennen alles dafür geben, dass ich mit einer Medaille nach Hause fahren kann. Es ist nicht unmöglich, aber planen kann man so etwas nicht", weiß Gesa Felicitas Krause. "Wir wissen, dass die Konkurrenz groß und um einiges schneller ist." Aber auch die derzeit besten Läuferinnen sind nur Menschen und müssen erst mal perfekt laufen. "Wir werden sehen, wie weit ich mich nach vorn kämpfen kann.“

Bis zur WM in London (Großbritannien; 4. bis 13. August) sind es noch rund drei Monate. Aktuell gilt es für die Hindernisläuferin, zwischen den ersten zwei Diamond League-Stationen neben dem einmal täglichen Training, Massage und Physiotherapie auch zu regenerieren. Der Flieger von Doha ging Freitag um drei Uhr nachts Richtung Shanghai, die verpasste Nacht Schlaf muss Gesa Felicitas Krause nachholen. Die vielen Reisen, an denen sie ihre Fans auf ihrer Webseite teilhaben lässt, sind ein positiver Nebeneffekt ihres Jobs, aber auch anstrengend. Nach einem schönen 5.000-Meter-Rennen freut sie sich nach fünf Wochen Unterwegssein auf ihr Zuhause. Der nächste Wettkampf ist dann erst wieder am 26. Juni in Eugene (USA) geplant – Diamond League.


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