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18.11.2017 | Verband | DLV News

Kessing neuer DLV-Präsident

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Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt: Jürgen Kessing ist am Samstag beim 47. DLV-Verbandstag in Darmstadt zum neuen Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gewählt worden. Der 60-Jährige tritt die Nachfolge von Dr. Clemens Prokop an, der 17 Jahre lang an der Spitze des DLV stand.

Neuer DLV-Präsident: Dr. Clemens Prokop (re.) übergibt den Staffelstab nach 17 Jahren an Jürgen Kessing (Foto: DLV).

Neuer DLV-Präsident: Dr. Clemens Prokop (re.) übergibt den Staffelstab nach 17 Jahren an Jürgen Kessing (Foto: DLV).

Seit 2001 hatte Dr. Clemens Prokop das DLV-Präsidium angeführt, nur Max Danz (1949 bis 1970) war länger Präsident. Der promovierte Jurist aus Regensburg und Vorreiter im Anti-Doping-Kampf übergibt den Verband in der besten wirtschaftlichen Situation seiner Geschichte an seinen Nachfolger Jürgen Kessing. Der Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen wurde am Samstag auf dem Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) von den Delegierten mit großer Mehrheit (88,3 Prozent) zum neuen Präsidenten gewählt.

Der 60-jährige Familienvater zweier Töchter und frühere Zehnkämpfer beim ABC Ludwigshafen wird fortan die Geschicke des Verbandes leiten. Der in Worms geborene Diplom-Verwaltungs- und Betriebswirt, der unter anderem in der Staatskanzlei von Rheinland-Pfalz und als Bürgermeister von Dessau (2001 bis 2004) tätig war, will an die Errungenschaften von Prokop anschließen.

„Ich habe meine Sozialisation in der Leichtathletik erfahren“, sagt der ausgebildete DLV-A-Trainer Sprung, der am Stützpunkt in Mannheim gearbeitet hat. „Ich kann der Leichtathletik durch meine Lebens- und Berufserfahrung viel zurückgeben.“ Den Anti-Doping-Kampf möchte Kessing weiterführen. „Wir wollen Chancengleichheit für alle.“ Auch die Erhöhung der Mitgliederzahlen ist eines seiner Ziele.

Dr. Clemens Prokop zum Ehrenpräsidenten ernannt

Prokop wird dem Präsidium mit seiner Expertise als Ehrenpräsident weiter erhalten bleiben und auch als Chef-Organisator der EM in Berlin (6. bis 12. August 2018) das nächste Highlight mitgestalten. Eine seiner größten Errungenschaften war die Verabschiedung des Anti-Doping-Gesetzes im Bundestag, für das sich der 60-Jährige jahrelang stark gemacht hat.

„Der Kampf gegen Doping ist unsere zentrale Herausforderung, ohne einen fairen Wettbewerb wird die Leichtathletik keine Zukunft haben“, sagt der bisherige Präsident. „Die Leichtathletik ist ein kultureller Schatz, für den wir Tag für Tag gemeinsam kämpfen müssen.“ Gemeinsamer gelebter Traum der Sportart sei die objektiv messbare Verschiebung der eigenen Leistungsgrenzen. (Zur Abschiedsrede von Clemens Prokop in voller Länge)

Insgesamt vier neue Vizepräsidenten

Als weitere Präsidiumsmitglieder wurden neu gewählt: Jochen Schweitzer (Vizepräsident Finanzen), Heinz König (Vizepräsident Wirtschaft), Dr. Hartmut Grothkopp (Vizepräsident Leistungssport), Dr. Matthias Reick (Vizepräsident Allgemeine Leichtathletik), Prof. Dr. Arne Güllich (Vizepräsident Bildung und Wissenschaft) und Frank O. Hamm (Vizepräsident Wettkampforganisation und Veranstaltungsmanagement).

Anja Wolf-Blanke wurde bereits am Freitag als Vizepräsidentin der Landesverbände bestätigt, Dominic Ullrich stand schon im Vorfeld als Nachfolger von Ester Fittko für die Belange der Jugend fest. Als weitere bisherige Vizepräsidenten verabschiedeten sich Ernst Burgbacher (Finanzen), Dagmar Freitag (Wirtschaft) und Fred Eberle (Bildung und Wissenschaft) aus ihrem Amt.

Dem Präsidium gehören außerdem der DLV-Generaldirektor Michael Lameli, sein Vorgänger Frank Hensel als Vizepräsident des Europaverbandes EAA, Athletensprecherin Martina Strutz (Stabhochspringerin vom SC Schwerin) sowie die Ehrenpräsidenten Prof. Dr. Helmut Digel und Theo Rous an. Der nächste DLV-Verbandstag wurde für 2021 nach Ulm vergeben.

Leichtathletik funktioniert im TV

Den Wahlen war ein Festakt vorausgegangen, den der Oberbürgermeister von Darmstadt Jochen Partsch eröffnete. Als Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) überreichte Ole Bischof (DOSB-Vizepräsident Leistungssport) dem scheidenden DLV-Präsidenten die DOSB-Ehrennadel. Prokops mutigen Einsatz für fairen Sport lobte auch der Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Inneres und Sport Werner Koch.

Der ARD-Koordinator für Sport Axel Balkausky hob in seiner Festrede die Bedeutung der langen Partnerschaft mit dem DLV hervor. „Die ARD sichert mit hochwertigen Produktionen ein Millionen-Publikum für die Leichtathletik. Bei der WM in London gab es am Wochenende über fünf Millionen Zuschauer an den Fernsehern“, belegte er den Stellenwert der im TV am besten funktionierenden Sommersportart. „Die ARD hat großes Interesse daran, dass die EM in Berlin ein großer Erfolg wird.“ Eine Herausforderung sei die Entwicklung neuer Vermarktungsformen.

Für gute Stimmung – insbesondere mit seinem Vergleich des Verbandes mit einer bunt gemischten Wandergruppe, die es zu führen gilt – sorgte die Laudatio von Theo Rous. Der frühere Vorsitzende der DLV-Anti-Doping-Kommission und Delegationsleiter der Olympischen Spielen 2004 in Athen (Griechenland) blickte humorvoll auf die Amtszeit von Prokop zurück. Mit insgesamt 15 internationalen Veranstaltungen, „so viele wie in keiner anderen Amtszeit“, sei große Werbung für den Sport gemacht worden. (Zur Laudatio in voller Länge).

EAA-Präsident Svein Arne Hansen ehrt Dagmar Freitag

Eine besondere Überraschung für Clemens Prokop gab es per Video-Botschaft von Bundesjustizminister Heiko Maas, der sowohl das Engagement Prokops als auch das von Dagmar Freitag für das neue Anti-Doping-Gesetz lobte. „Deutschland ist mit diesem Gesetz weltweit zu einem Vorbild im Kampf um einen fairen Sport geworden“, bedankte sich der Politiker.

Der Präsident des Europaverbandes EAA Svein Arne Hansen stellte die Bedeutung des DLV als größtem Leichtathletik-Verband Europas heraus. „Ich bin so stolz hier sein zu dürfen“, sagte der Norweger auf Deutsch. „Clemens war immer eine große Inspiration für andere Führungspersonen.“ Für sein Engagement gab es den "EAA Plaque of Merit Award". Die bisherige DLV-Vizepräsidentin Dagmar Freitag erhielt den „EAA Woman Leadership Award“.

Den DLV-Ehrenring übergab danach Dr. Clemens Prokop an die scheidenden Präsidiumsmitglieder Ester Fittko und Fred Eberle. Zu Fittkos Verdiensten als Vorsitzende des Bundesauschuss Jugend zählt die Einführung der Kinderleichtathletik und der Deutschen U16-Meisterschaften. Eberle, früherer Trainer des erfolgreichen Zehnkämpfers Siggi Wenz, zeigte großen Einsatz im Bereich Bildung.

EM in Berlin soll großes Leichtathletik-Fest werden

Für ihre vorbildliche sportliche Haltung erhielt Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) den DLV-Ehrenschild. „Sie ist die erste Athletin, die diese Auszeichnung vom DLV überreicht bekommt“, betonte Prokop. Die 25-Jährige zeigte nach einem Sturz im WM-Finale von London bemerkenswerten Kampfgeist und bewundernswerte Fairness. „Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel“, meinte Krause.

Die Läuferin nahm anschließend gemeinsam mit Siebenkämpferin Claudia Salman-Rath (LG Eintracht Frankfurt) und Frank Kowalski, Geschäftsführer der Berlin 2018 Europameisterschaften, an einer von Volker Hirth moderierten Talkrunde teil. Thema war die Heim-EM, die vom 6. bis 12. August 2018 als Zugpferd der ersten European Championships stattfindet. „Die Vorbereitungen laufen gut, wir wollen den Athleten optimale Rahmenbedingungen bieten“, sagte Kowalski über den aktuellen Stand. Geplant ist die Leichtathletik mit Events in die Stadt zu den Menschen zu bringen.

„Berlin ist mein großes Ziel, das motiviert mich jeden Tag, sobald wie möglich ins Training zurückzukommen“, berichtete Salman-Rath nach ihrer Knie-OP. Krause ist seit Mitte Oktober wieder im Training: „Ich bin auf einem guten Weg und habe hohe Ziele. Die Stimmung auf der blauen Bahn im Olympiastadion hat etwas Magisches.“ Auch das Präsidium blickt in neuer Besetzung mit Vorfreude Richtung Heim-EM 2018.

Zur großen Bildergalerie vom DLV-Verbandstag 2017!


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