Logo LV Rheinland
Zum Inhalt Nebennavigation
Zum Inhalt Hauptnavigation
 [RSS]  [News]  [Service]  [Shop] 
Zum Inhalt Navigation zweiter und dritter Ebene

24.04.2018 | Verband | www.lsb-rlp.de

Bildung braucht ganz viel Bewegung

Partner des LVR:

Gut 150 Zuhörer bei Themenabenden in Speyer, Mainz und Trier mit Dr. Helga Pollähne.

Weiß ganz genau um den Stellenwert von Bewegung: Dr. Helga Pollähne (Foto: LSB RLP - M. Heinze).

Weiß ganz genau um den Stellenwert von Bewegung: Dr. Helga Pollähne (Foto: LSB RLP - M. Heinze).

Bewegung schafft beste Voraussetzungen fürs Lernen: Das war die Kernbotschaft von Sportpädagogin Dr. Helga Pollähne bei drei Themenabenden unter dem Motto „Bildung braucht Bewegung“, zu dem Landessportbund, Sparda-Bank Südwest und Bildungsministerium Rheinland-Pfalz im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative „Bewegte Köpfe denken schneller“ nach Speyer, Mainz-Gonsenheim und Trier-Tarforst geladen hatten. Insgesamt mehr als 150 Eltern, Lehrer und Übungsleiter waren dem Ruf gefolgt.

„Lange hat man sich Gedanken gemacht über die Verbindung von Gesundheit, Fitness und Bewegung – das ist ein altes Thema“, sagte Pollähne, die am Donnerstagabend in der Keune-Grundschule in Trier keinen fachwissenschaftlichen Vortrag hielt, sondern in leicht verständlicher Weise vor den fast 50 Zuhörern sprach und diesen mit Fingerballett, Balanceübungen und Petersiliehacken immer wieder kleine Powerpausen gönnte. „Die neueren wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass Bewegung wirklich im kognitiven Bereich das Lernen unterstützen kann, dass über Bewegung, Spiel und Sport gute Voraussetzungen fürs Lernen geschaffen werden können.“ Wobei sind Kinder maximal so lange konzentrieren könnten wie das Doppelte ihrer Lebenszeit. Achtjährige also 16 Minuten, Elfjährige 22 Minuten. „Dann muss es einen Methodenwechsel geben, dass die Kinder wieder in die Konzentration reingebracht werden.“ Zum Beispiel mit dem Armen und fest fixierten Handgelenken schnelle Bewegungen beschreiben wie beim Petersiliehacken. So habe der Kopf „zwischendurch mal etwas anderes  zu tun und kann wieder Sauerstoff tanken“. Stichwort: Powerpausen und Brain-Breaks.

Klarer Fall: Selbstkontrolle, Selbstregulation sowie ein positives Selbstkonzept sind für einen erfolgreichen Schulalltag ebenso von großer Bedeutung wie für das Erledigen von Hausaufgaben oder das Anfertigen von Referaten. Diesen so genannten exekutiven Funktionen, das Entwickeln eines Arbeitsgedächtnisses wird heute laut Pollähne für den Schulerfolg ein höherer Rang eingeräumt als der Intelligenzquotient. „Wenn Kinder gute exekutive Funktionen entwickelt haben, wenn sie ihre Handlungen planen und Emotionen kontrollieren können, ist das ganz wichtig“, sagte der Expertin aus Bad Dürkheim, die schon seit den Achtziger Jahren zu dem Thema gearbeitet und darüber auch promoviert hat. „Dass sie damit erfolgreicher in der Schule sein können, ist ein zentrales Thema neuerer Forschung.“ Und diese exekutiven Funktionen ließen sich im Sportverein üben.

Ob Schule oder Verein: Die Anstrengungsbereitschaft von Kindern und Jugendlichen schrumpfe. Daran ließen die Studien keinen Zweifel. Wenn 60 Prozent der Schüler in Sportvereinen engagiert seien, sei das erst einmal prima. „Doch die Sportzeit in Vereinen kann nicht kompensieren, was zu wenig an Bewegung im Alltag passiert“, betonte die Forscherin von der Universität-Koblenz-Landau. In erster Linie seien auch die Eltern angesprochen, wenn es darum gehe, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Kurze Bewegungseinheiten könnten kurzfristig die Konzentration für Deutsch, Mathe und Co. fördern. Pollähne wörtlich: „Die positiven Effekte dominieren, wenn wir mehr Bewegung in die Schule, in den Unterricht integrieren.“ Das bekräftigte Dieter Krieger, LSB-Vizepräsident und einst selbst Leiter einer pfälzischen Grund- und Hauptschule. „Eltern“, betonte der Moderator des Abends, „haben auch eine Verantwortung für die Bewegungserziehung ihrer Kinder.“

Birgit Feilen, Schulsportreferentin bei der ADD in Trier und bis vor wenigen Jahren selbst Schulleiterin, bezeichnete es als großen Gewinn, wenn LSB, Sportbünde, Vereine, Schulen und Ministerium gut miteinander kooperierten. „Es geht nicht nur darum, dass die Kinder Spaß haben, sondern wie wir durch Bewegung unser Gehirn aktivieren“, sagte Feilen. „Wir sind auf den LSB und insbesondere die Vereine angewiesen – und der beste Zugang, Kinder für Vereine zu gewinnen, ist die Schule. Da sind alle Kinder und wir können alle ansprechen, die Spaß und Freude an der Bewegung haben.“


zurück

<