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06.05.2018 | Verband | www.leichtathletik.de

Leichtathletik-EM in der Prime Time

Partner des LVR:

Frank Kowalski ist als Geschäftsführer der Organisations-GmbH „Berlin 2018“ zusammen mit einem 55-köpfigen Team für die Vorbereitung und Durchführung der 24. Leichtathletik-Europameisterschaften im Berliner Olympiastadion verantwortlich. Der 54-Jährige, der von 2008 bis 2015 Veranstaltungsdirektor im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) war, spricht im Interview mit leichtathletik.de über die Neuerungen bei der EM und die Herausforderungen für die letzten 100 Tage bis zum Beginn der Veranstaltung.

Frank Kowalski: "Jeden Tag Leichtathletik-EM in der absoluten Prime Time" (Foto: <a href="http://www.leichtathletik-foto.de/" target="_blank">Wolfgang Birkenstock</a>).

Frank Kowalski: "Jeden Tag Leichtathletik-EM in der absoluten Prime Time" (Foto: Wolfgang Birkenstock).

Frank Kowalski, wie ist der Stand der Vorbereitungen für die EM? 

Frank Kowalski:

Wir sind für auf der Zielgeraden und werden auf den letzten 100 Tagen noch den Feinschliff für das größte Sportereignis in Deutschland in diesem Jahr vornehmen.

Welche Ansprüche haben Sie an diese Veranstaltung?

Frank Kowalski:

Wir wollen mit einer kompakten Veranstaltung die Zuschauer für die Leichtathletik begeistern und neue Zielgruppen für die Sportart zurückgewinnen. Dies möchten wir mit einem straffen Zeitplan und einer engen Lenkung der Zuschauer erreichen. Dazu wird es erstmals fünf Videowände im Stadion geben sowie LED-Banden, mit denen wir auch über Zeitpläne sowie Zwischenstände informieren und sie für Zuschaueranimationen nutzen.

Leichtathletik-Veranstaltungen werden oft dafür kritisiert, dass sie zu langatmig und deshalb nicht mehr zeitgemäß sind und dass die Übersichtlichkeit fehlt. Wird sich daran etwas ändern?

Frank Kowalski:

Wir haben den Zeitplan stark gestrafft und so gestaltet, dass jede Abendveranstaltung zwischen 18:30 und 22 Uhr wie ein Leichtathletik-Meeting präsentiert wird. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass wir gleich am ersten Abend sechs Finals haben werden. Bei den Weit- und Dreisprung-Wettbewerben kommt erstmals die Laser-Weitenlinie zum Einsatz, mit der wir den Zuschauern optische Orientierungshilfen geben wollen. Zudem werden wir aus dem Skisport den „Hotseat“ einführen. Mit ihm wollen wir bei den Semifinals der 100 bis 800 Meter-Läufe die jeweils Zeitschnellsten durch ihre Präsenz an diesem Ort dem Publikum sichtbar machen und die Emotionen bei Qualifikation oder Ausscheiden transportieren, die sich bisher nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgespielt haben.

Inwieweit spielt die WM von 2009 bei den Vorbereitungen eine Rolle?

Frank Kowalski:

Wir sind keine WM und wollen sie auch nicht kopieren. Wir können aber Strukturen von damals übernehmen, was die Arbeit erleichtert.

Der Etat der EM liegt bei 34 Millionen Euro, bei einer Fehlbedarfsfinanzierung von 13 Millionen durch den Berliner Etat müssen Sie einen Großteil durch Ticketing, Vermarktung und Merchandising finanzieren. Wie ist der Stand in Sachen Ticketverkauf?

Frank Kowalski:

Wir sind zum Stand 100 Tage vor der EM bei 200.000 abgesetzten Tickets, das gab es bei einer Leichtathletik-EM zu diesem Zeitpunkt noch nie. Ich denke, dass wir unser Ziel, über 300.000 Zuschauer ins Stadion zu bringen, erreichen werden. Die Schwierigkeit, dass während der EM-Tage in 14 Bundesländern Sommerferien sind, konnten wir uns bisher zum Nutzen machen und haben bei den Ticketkäufern bisher einen Anteil von mehr als 30 Prozent außerhalb Berlins und aus vielen europäischen, selbst nicht europäischen Ländern.

Die EM in Berlin ist Teil der European Championchips mit den fast gleichzeitig in Glasgow stattfindenden Europameisterschaften im Kunstturnen, Rudern, Radfahren, Schwimmen, Team-Golf und Triathlon. Was steckt hinter diesem Konzept?

Frank Kowalski:

Dies ist ein völlig neuer Ansatz, der in Richtung europäische Sommerspiele geht. Dahinter steckt vor allem eine neue mediale Begleitung dieser Sportarten. Es soll einen gemeinsamen Medaillenspiegel für alle sieben Sportarten geben und am Ende für die stärkste Nation eine Gesamttrophäe. Für die Leichtathletik wird in diesem Konzept eine Erhöhung der TV-Präsenz um rund 20 Prozent erwartet. So werden wir mit der Leichtathletik erstmalig jeden Abend in der absoluten Prime Time im Fernsehen präsent sein, und die ARD wird selbst in der Tatortzeit am Schluss-Sonntag Leichtathletik senden.

Der Erfolg der EM hängt sicher auch vom sportlichen Abschneiden des deutschen Teams ab…

Frank Kowalski:

Wir Deutschen sind ein weltoffenes, faires Publikum, aber natürlich wollen wir auch deutsche Erfolge sehen. Bei einer EM haben wir sicherlich auch in Disziplinen Medaillenchancen, in denen wir nicht Weltspitze sind. Wir haben den Zeitplan so gestaltet, dass pro Tag eine Goldmedaille für das deutsche Team möglich ist.

Worin liegt die Ausstrahlungskraft dieser EM?

Frank Kowalski:

Dass sie im schönsten Leichtathletik-Stadion der Welt stattfindet. Wir kämpfen mit dieser EM auch für den Erhalt der blauen Laufbahn im Olympiastadion und für die Erkenntnis: Die Leichtathletik gehört auch künftig in dieses Stadion.

Ein Teil der Veranstaltung findet aber auch außerhalb des Stadions in der Stadt statt. Warum diese Auslagerung?

Frank Kowalski:

Mit der Europäischen Meile am Breitscheidplatz und der Gedächtniskirche wollen wir ein spürbares und werthaltiges Europafest initiieren. Der Breitscheidplatz besitzt seit dem schrecklichen Attentat 2016 eine noch größere Symbolkraft. Die Sicherheitsvorkehrungen sind auch nicht zuletzt deshalb deutlich gestiegen. Diese im Olympiastadion und in der Stadt zu gewährleisten, ist eine unserer größten Herausforderungen.

Welche Inhalte stehen in der Stadt auf dem Programm?

Frank Kowalski:

Neben Start und Ziel der Straßenwettbewerbe wird es erstmals bei einer Leichtathletik-EM Siegerehrungen in einer eigenen Arena am Breitscheidplatz geben, die wir am Tag nach den Entscheidungen im Olympiastadion dort durchführen werden. Siegerehrungen noch am Abend der Wettbewerbe sind wegen der Dopingregularien leider nicht möglich. Für die Europäische Meile konnten wir zudem mit dem ehemaligen Weitspringer Konstantin Krause aus Erfurt einen weiteren sehr kompetenten Projektleiter gewinnen, der dieses Konzept nun mit weiteren Programmpunkten sehr engagiert füllen wird.

Welchen Wunsch haben Sie als Verantwortlicher für diese EM?

Frank Kowalski:

Dass wir uns mit der EM 2018 in Berlin in den Reigen der außergewöhnlichen Leichtathletik-Großveranstaltungen in Deutschland von EM und WM in Stuttgart 1986 und 1993, der EM 2002 in München der WM 2009 in Berlin einreihen können und damit mein ganzes Team für ihre außergewöhnliche Arbeit auch belohnt wird.


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