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07.05.2018 | Wettkampf | Gesa Krause / leichtathletik.de

Zeitreise mit… Gesa Krause

Partner des LVR:

Steigen Sie ein und schnallen Sie sich an. Wir nehmen Sie mit auf eine Zeitreise. Eine Reise, die im Sommer 2008 bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Berliner Olympiastadion beginnt. Eine Reise, die im Sommer 2018 bei den Europameisterschaften im Berliner Olympiastadion ihren Höhepunkt finden soll. Berlin 2008 – Berlin 2018. Gestern und Heute. Now and then. In dieser Woche ist Ihre Reiseleiterin: Gesa Felicitas Krause.

Zeitreise mit… Gesa Krause: Mein bisher schönster Moment (Foto: Holger Teusch).

Zeitreise mit… Gesa Krause: Mein bisher schönster Moment (Foto: Holger Teusch).

Berlin 2008 bis Berlin 2018 – das ist eine lange Zeit. Eine lange Zeit, in der ich viel erlebt habe, viel gewonnen habe, aber auch einige Tiefs überwinden musste. Auch wenn ich noch lange nicht am Ziel meiner sportlichen Reise bin, es gibt einen Moment, an den ich unglaublich gerne zurückdenke, der mich immer wieder motiviert, und den will ich gerne mit euch teilen:

Es ist der Sommer 2015. Die WM in Peking steht an. Die Vorbereitung auf dieses Großereignis – sie war alles andere als rund gelaufen. Ich war etwas erkältet gewesen, es lief einfach holprig. Heute weiß ich, es ist völlig normal, dass man mal ein paar Tage im Training aussetzen muss, aber damals hat es mich doch nervös gemacht. Doch dann bin ich in Monaco beim Diamond League Meeting Bestzeit gelaufen. Endlich! Nach Jahren endlich wieder eine Bestzeit. Das hat mir einen richtigen Schub gegeben. Und die leise Hoffnung, dass ich bei der WM eine Medaille holen könnte.

Ich hätte es niemals laut gesagt; das entspricht nicht meinem Naturell, ich will nicht, dass die Leute denken: "Jetzt hebt sie ab." Denn in der Öffentlichkeit galt ich trotz des Rennens von Monaco nicht als Medaillenkandidatin. Aber insgeheim habe ich von dieser Medaille geträumt, mir selber jeden Tag gesagt: "Glaub an dich, Gesa, eine Medaille ist möglich."

Ein überwältigendes Gefühl

Und dann kam der 26. August. Ein Rennen wie gemacht für mich. Der Beginn langsam, ich konnte einfach mitrollen. Doch dann die letzte Runde, der letzte Wassergraben, den ich perfekt erwischt und dann intuitiv die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Bronze – in dem Moment ist ein Traum wahrgeworden. Ein Traum, den ich mir vorher so oft ausgemalt habe, den ich mir im Training vorgestellt habe. Ich war völlig überwältigt von meinen Gefühlen. Stolz auf mich und auch so voller Freude für meinen Trainer, der mit mir so hart für diesen Moment gearbeitet hat, für meine Eltern, die immer zu 100 Prozent hinter mir stehen und mir dieses Leben erst ermöglicht haben.

Diese Medaille, sie war mein Durchbruch. Auch wenn es hart ist, aber wir Sportler werden eben doch vor allem auf unsere Medaillen reduziert. Durch die Bronzemedaille bin ich endlich angekommen, bin akzeptiert und werde seitdem auch mehr als Persönlichkeit gehört und wahrgenommen. Was für mich aber fast noch wichtiger ist: Seit dieser Medaille weiß ich, dass alles möglich ist, auch wenn in der Vorbereitung mal nicht alles nach Wunsch läuft.

Dieses Gefühl trage ich seitdem in mir. Das Gefühl, dass nicht alles im Vorfeld perfekt laufen muss, um am Ende doch perfekt zu sein. Das Gefühl, dass eben doch manchmal unerwartete Dinge passieren. Das Gefühl, dass ich alles schaffen kann. Mein Olympischer Moment, der fehlt mir noch. Aber ich weiß: Wichtig ist, dass du selbst an dich glaubst.

Das sagt Wolfgang Heinig als Trainer von Gesa Krause 

Eine Zeitreise in Bildern mit... Gesa Felicitas Krause


Auszug aus den Erfolgen in den letzten zehn Jahre in der Karriere von Gesa Krause:

2008Deutsche Jugend-Meisterin (1.500 Meter Hindernis)
2009Siebte U18-WM 2009 (2.000 Meter Hindernis), Deutsche Jugend-Meisterin (1.500 Meter und 2.000 Meter Hindernis)
2010Vierte U20-WM 2010 (3.000 Meter Hindernis) mit deutschem U20-Rekord, Deutsche Jugend-Meisterin (2.000 Meter Hindernis) mit nationalem Jugendrekord
2011WM-Sechste 2011 (3.000 Meter Hindernis), U20-Europameisterin 2011, Jugend-Leichtathletin des Jahres
2012EM-Dritte 2012, Olympia-Siebte 2012
2013U23-Europameisterin 2013, Neunte der WM 2013
2014EM-Fünfte 2014
2015WM-Dritte 2015, Fünfte Hallen-EM 2015 (1.500 m), Deutsche Meisterin (3.000 Meter Hindernis), Deutsche Hallenmeisterin 2015 (5.000 Meter), Leichtathletin des Jahres
2016Europameisterin, Sechste der Olympischen Spiele, Deutsche Meisterin (alles 3.000 Meter Hindernis), Leichtathletin des Jahres
2017

Neunte der WM 2017 (3.000 Meter Hindernis), Deutsche Meisterin (3.000 Meter Hindernis und 5.000 Meter), Leichtathletin des Jahres, auf dem Deutschen Sportpresseball als „Sportler mit Herz“ geehrt und mit dem Pegasos-Preis ausgezeichnet, erste DLV-Ehrenschild-Preisträgerin


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