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15.07.2019 | Wettkampf | www.leichtathletik.de

Deutscher Goldregen in Gävle

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Die deutsche U23-Nationalmannschaft hat in den vergangenen Tagen bei der U23-EM in Gävle (Schweden) sowohl die Nationenwertung als auch den Medaillenspiegel dominiert. Das Team überzeugte mit Spitzenleistungen auf den Punkt und bemerkenswertem Teamgeist.

Sophia Junk beim Staffelwechsel in Gävle (Schweden). Am Ende gab es neun Goldmedaillen für den DLV. (Foto: Iris Hensel).

Sophia Junk beim Staffelwechsel in Gävle (Schweden). Am Ende gab es neun Goldmedaillen für den DLV. (Foto: Iris Hensel).

Der Sonntagabend von Gävle war ein Paradebeispiel für die Faszination Leichtathletik: Gerade stammelte Hindernis-Sieger Frederik Ruppert (SC Myhl LA) noch in der Mixed Zone, er könne seinen Triumph gar nicht fassen. Da feuerte schon auf der anderen Seite des Stadions Speerwerferin Annika Fuchs (SC Potsdam) den Gold-Wurf ab. Und Niklas Kaul (USC Mainz) stellte sich an der Startlinie für seinen 1.500-Meter-Triumphzug im Zehnkampf bereit. Bevor wenig später alle deutschen Staffeln zu einer Medaille rannten, drei davon in Gold.

Es waren intensive und emotionale Momente, die bezeichnend waren für die vier Tage bei den U23-Europameisterschaften in Schweden. Gebündelte deutsche Leichtathletik-Power. Zwar nicht in allen Disziplinen – auffällig war doch, dass in zahlreichen Wettbewerben wie den Hürdensprints, vielen Mittelstrecken oder im Hammerwurf keine DLV-Athleten vertreten waren. Aber in den Disziplinen mit deutscher Beteiligung fast immer mit der Chance auf das Finale oder gar Edelmetall.

Athleten top vorbereitet

„Die Trainer haben die Athleten hier top vorbereitet an den Start geschickt“, stellte der neue DLV-Cheftrainer Alexander Stolpe fest, der sich in Gävle an der Seite von Delegationsleiterin und DLV-Vizepräsidentin Anja Wolf-Blanke erstmals in diesem Rahmen von der Arbeit seines neuen Teams von Leitenden Bundestrainern und Bundestrainern überzeugen konnte.

„Mir hat die Kommunikation innerhalb des Teams sehr gut gefallen“, sagte er. Positiv sei ihm zudem aufgefallen, wie es die Mannschaft geschafft habe, Emotionen zu schaffen, weiterzutragen und wieder in Energie und Erfolge umzumünzen. Unermüdlich im Einsatz waren dafür auch die DLV-Teammanager Siegfried Schonert und Danny Scheinpflug, das medizinische Team mit zwei Ärzten und fünf Physiotherapeuten sowie Team-Psychologin Prof. Dr. Heike Kugler.

Platz 1 in Medaillenspiegel und Nationenwertung

Das Ergebnis ist herausragend. Neun Goldmedaillen. Sechs Silbermedaillen. Sechs Bronzemedaillen. Das DLV-Team siegte sowohl im Medaillenspiegel als auch mit 218 Punkten in der Nationenwertung. Mit großem Abstand folgten in der Nationenwertung Frankreich (162.50) und Großbritannien (147). Nur einmal in der Geschichte der Meisterschaften, 2005 beim Heimspiel in Erfurt, war ein deutsches Team noch erfolgreicher.

„Ich glaube, wir haben die Erwartungen an diese fantastisch organisierte U23-EM weit übertroffen“, bilanzierte Alexander Stolpe, den es optimistisch stimmte, dass er seinen Einstand als Chef-Bundestrainer als Teil dieses Teams feiern konnte. Er wies darauf hin, dass das DLV-Team in Gävle deutlich kleiner war als jenes bei den vorherigen Meisterschaften. „Das zeigt uns, dass die Qualität unserer Normen im Vorfeld richtig angesetzt war, um hier eine kompakte, erfolgreiche Mannschaft präsentieren zu können.“

Alina Reh nimmt zwei Medaillen mit nach Hause

Viele junge DLV-Athleten zeigten Leistungen auf Weltklasse-Niveau. Zum Beispiel Niklas Kaul, der im Zehnkampf mit 8.572 Punkten auf Platz zwei der Welt nach vorne preschte. Er stellte ebenso einen neuen Meisterschaftsrekord auf wie über 10.000 Meter Alina Reh (SSV Ulm 1846; 31:39,34 min). Ihre zwei Soli auf den Langstrecken mit einer faszinierenden Tempo-Hatz brachten ihr Gold und Silber ein.

Im Speerwurf gelang Annika Fuchs in Runde eins ein Wurf nahe heran an die Olympia-Norm für Tokio 2020 – 63,68 Meter, eine Marke, mit der sie auch bei den Aktiven Chancen auf eine gute WM-Platzierung hat. Alina Kenzel (VfL Waiblingen) führte im Kugelstoßen gleich einen deutschen Dreifach-Triumph an. Und Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) präsentierte sich im Stabhochsprung so fokussiert wie selten zuvor in einem großen internationalen Finale und sprang mit 5,65 Metern zum Titel.

Sie alle zählten zu den Favoriten und hielten dem Druck stand. Für eine der großen Überraschungen der Titelkämpfe sorgte Frederik Ruppert. Er legte über 3.000 Meter Hindernis einen Endspurt hin, der seinesgleichen sucht – und mit Gold belohnt wurde. Anschließend waren auch die Sprinter der männlichen und weiblichen U23 sowie die Staffel über 4x400 Meter der männlichen U23 die Ersten, die über die Ziellinie rannten. Hinter der Ziellinie lagen sie sich alle gemeinsam in den Armen. Eine Momentaufnahme, die zugleich auch die gesamten Meisterschaften aus deutscher Sicht ganz gut zusammenfasst.

U23-EM 2019 Gävle


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