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EM Jugendlager 2018

Eine unvergessliche Zeit in Berlin

Anlässlich der Europameisterschaften in Berlin fand vom 04.08. bis zum 13.08.2018 das DLV-Jugendlager statt. Jeder Verband aus Deutschland hat Athleten nominiert, die dort teilnehmen durften. Aus dem Rheinland waren das Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien), Lucia Sturm und Carla Uhrmacher (beide TSV Moselfeuer Lehmen), Lucas Moritz Schuhen (LG Sieg), Thorben Henger (LF Naheland Bad Kreuznach) und Dominik Willrich (TV 1861 Bad Ems dabei.

Samstag, 4. August 2018

Nach und nach reisten alle Athleten des DLV-Jugendlagers in Berlin an. Die meisten Athleten fuhren zusammen mit ihrem Verband zur Jugendherberge International. Wir LVR-Athleten beschlossen, zusammen mit dem Flieger von Köln-Bonn Richtung Berlin-Tegel zu starten. Innerhalb weniger Stunden trafen alle Athleten ein, um die Zimmer zu beziehen.
Dort hatten wir schon ein bisschen Zeit, um uns gegenseitig kennenzulernen. Gemeinsam mit allen Teilnehmern fand anschließend ein Kick-off statt. Die Betreuer stellten sich vor, erklärten uns die wichtigsten Dinge und kleideten uns mit T-Shirts, Jacken und Hosen ein. Dieser Tag endete mit kleinen Kennenlern-Spielen und einem leckeren Abendessen.

Sonntag, 5. August 2018


Der Sonntag begann mit dem Frühstück. Die Jungs sammelten sich um 7.15 Uhr und die Mädchen um 7.30 Uhr im Frühstücksraum. Direkt nach dem Frühstück teilten uns die Betreuer in neun Gruppen ein, denn wir alle hatten eine spannende Stadtrallye vor uns. Fünf Stunden hatten wir zur Verfügung um verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Eine war beispielsweise der Dreh eines Werbevideos.
Nachdem dann alle Athleten wieder in der Jugendherberge waren, fand auch schon eins unserer Highlights statt: Wir machten eine dreistündige Bootsfahrt. Es war eine super Erfahrung. Wir sahen viele Sehenswürdigkeiten Berlins, welche von einer Fernsehmoderatorin erklärt wurden.

Montag, 6. August 2018

Morgens ging es mit den Workshops los. Es gab viele verschiedene Themen. Dazu gehörten Umwelt, Wirtschaft und wie man Sport den Menschen näherbringen kann. In unserer Gruppe ging es darum, wie man große Sportveranstaltungen wie z.B. eine Leichtathletik EM nachhaltig organisieren kann, damit weder die Umwelt, noch die Wirtschaft, noch die Menschen in der Region Nachteile davon haben. Nach den Workshops gab es  eine kleine Pause in der Jugendherberge. Um 15 Uhr trafen wir uns alle, um ins Olympiastadion oder zur Kugelstoß-Qualifikation am Breitscheidplatz zu gehen. Als wir am Olympiastadion ankamen, waren wir von der Größe des Stadions beeindruckt. Die Qualifikationsrunde begann mit den 100 Metern der Männer und Frauen. Wir haben die Sprinter mit unseren selbstgebastelten Schildern angefeuert. Nach der Qualifikationsrunde durften wir an der Eröffnungsfeier teilnehmen, bei der auch bekannte deutsche Künstler sangen. Die Feier endete mit einem wunderschönen Feuerwerk.

Dienstag, 7. August 2018


Morgens ging es wieder früh los. Nicht nur für uns, sondern auch für die Zehnkämpfer, die an diesem Tag in den Wettkampf starteten. Schon morgens lagen Freud und Leid dicht beieinander, denn viele Zehnkämpfer schieden mit drei ungültigen Versuchen beim Weitsprung aus. Darunter leider auch Mathias Brugger, einer der deutschen Athleten. Dafür lief es bei Arthur Abele umso besser. Er konnte sich mit seinen Leistungen weit nach vorne arbeiten. Nach einer Pause, die einige von uns zum Trainieren oder zum Essen nutzten, ging es abends im Stadion weiter. Die Zuschauerzahl war schon deutlich größer als vormittags und dementsprechend auch die Stimmung. Die Vorläufe der 100-Meter-Sprinter waren leider nicht für alle so optimal verlaufen wie für Gina Lückenkemper, die als einzige Deutsche im Finale stand. Die Spannung stieg vor dem Startschuss; als dieser dann gefallen war, bebte das Stadion. Nachdem an der Anzeige offiziell stand, dass Gina Lückenkemper Vizeeuropameisterin geworden ist, war das Jugendlager mit seinen 89 Teilnehmern  nicht mehr zu stoppen. Während unseres Heimwegs zur Jugendherberge blieb uns die gute Stimmung vom Stadion erhalten. Es ging damit ein wunderschöner, aber auch anstrengender Tag zu Ende.

Mittwoch, 8. August 2018

Am Mittwoch, dem fünften Tag des Jugendlagers, ging es im wahrsten Sinne des Wortes heiß her. Mit 38 Grad war es der heißeste Tag unseres Berlin-Aufenthalts und einer der besten Wettkampftage. Nachdem am Abend davor Gina Lückenkemper den zweiten Platz geholt hatte, hieß es mittwochs wieder früh aufstehen, damit wir pünktlich um 9 Uhr für die Vormittagssession im Stadion waren. Wir feuerten die Athleten wie an allen Tagen an, aber im Mittelpunkt standen die Zehnkämpfer. Arthur Abele lag auf Goldkurs, nachdem viele Favoriten am Vortag u.a. beim Weitsprung gescheitert waren. Und mit dem kurzfristig nachgerückten Niklas Kaul machte ein Rheinland-Pfälzer einen starken Wettkampf. Nachdem der Vormittag im Stadion vorbei war, hieß es für fast alle Freizeit, die man bei den Temperaturen am Besten im Schatten verbrachte. Einige gingen jedoch auch bei dieser Hitze in der Pause trainieren. Am Abend war es dann wieder soweit: Die Entscheidung im Zehnkampf stand an und Robert Harting trat zum letzten Mal bei einer EM in den Ring. Er lieferte einen starken Wettkampf ab, lag zwischenzeitlich sogar auf Rang 2 und riss das gesamte Stadion mit. Die „Krönung“ war am Ende des Tages jedoch der Sieg von Arthur Abele. Er wurde am Ende tatsächlich der „König der Athleten“ und brach sogar in Freudentränen aus. Das Jugendlager begleitet ihn mit einer Choreographie und lauten Jubelschreien. Die Begeisterung nahm schier kein Ende, sodass selbst auf dem Weg in die Jugendherberge weiterhin laut „König Arthur!“ gesungen und gefeiert wurde.

Donnerstag, 9. August 2018

Am Donnerstag lag der Fokus auf dem Speerwurf, aber es gab auch eine riesige Überraschung für das Jugendlager. Robert Harting besuchte uns. Wir konnten ihm Fragen stellen, uns Autogramme holen und Fotos machen und ihn einmal hautnah erleben. Ein wahrhaft besonderer Moment. Am Abend holten die deutschen Speerwerfer dann in einem spannenden Wettkampf Gold und Silber und  die Frauen zwei Medaillen über 100 Meter Hürden. Einmal mehr feierte das ganze Stadion. Eine Stimmung, die man wohl nicht mehr vergessen wird. Es waren wirklich magische Tage.

Freitag, 10. August 2018


Freitagmorgen ging es wie auch schon die Tage zuvornach einer kurzen Nacht und direkt im Anschluss ans ins Olympiastadion zur Vormittagssession. Auf dem Programm standen die Vorläufe über 3000 Meter Hindernis der Frauen mit Titelverteidigerin Gesa Krause, sowie die Vorläufe der 4x400 Meter Staffeln. Von unseren Plätzen direkt beim Wassergraben konnten wir die Athleten lautstark anfeuern.
Ein Teil der Gruppe verbrachte den Nachmittag auf der EM-Meile, wo sie am DLV Stand ein Kinderleichtathletikprogramm anboten. Der Rest der Gruppe hatte währenddessen Freizeit.
Auf unseren Sitzplätzen im Oberring ging es weiter mit der Abendsession. Mit drei deutschen Medaillen waren die deutschen Athleten sehr erfolgreich. Wir unterstützen sie die ganze Zeit mit Anfeuerungsrufen. Zusätzlich hielten wir immer Botschaften für die Athleten auf Buchstabenkarten hoch, was sehr gut bei den Medien ankam.
Die Stimmung im vollen Stadion mit über 40.000 Besuchern war großartig. Diese fröhliche und heitere Stimmung hielt sich bis zur U-Bahn Station, als sich unsere Gruppe lautstark singend auf den Rückweg machte.

Samstag, 11. August 2018

Am Samstagmorgen waren wir dann keine Zuschauer mehr, sondern aktive Athleten. Ein kleines EM-Sportfest stand für unsere Gruppe auf dem Programm. Ein Teil der Gruppe unterstützte eine Gruppe französischer Jugendliche bei ihrer Aufgabe als Kampfrichter, während der Rest selber aktiv wurde. Diejenigen von uns, die teilnahmen, traten im Sprint, Weitsprung, Kugelstoßen oder im 400 und 800 Meter Lauf gegeneinander an.
Die meisten von uns hatten schon eine erfolgreiche Saison hinter sich und so stand an diesem Tag der Spaß an erster Stelle.
Der Nachmittag stand wieder zur freien Verfügung. In Kleingruppen erkundeten wir Berlin oder verbrachten unsere Freizeit auf der EM-Meile auf dem Breitscheidplatz. Pünktlich um 18:00 Uhr trafen sich alle im Stadion für die meistbesuchte Abendsession mit über 60.000 Zuschauern. Zuerst stand aber einer von mehreren Athletentalks auf dem Programm. Wir trafen den U20-Weltrekordler im Zehnkampf Niklas Kaul. Im Anschluss an eine Fragerunde durfte unsere Gruppe noch Bilder mit ihm machen.
Die Abendsession dieses Tages war aus Medaillensicht mit zwei Goldmedaillen der Höhepunkt für das deutsche Team. Besonders der Hochsprung der Männer war sehr spannend und das ganze Stadion freute sich mit dem neuen Europameister. Mit gemischten Gefühlen haben wir uns sehr spät auf dem Weg zurück in der Jugendherberge gemacht, da wir langsam realisierten, dass diese tolle Woche bald zu Ende sein wird.

Sonntag, 12. August 2018

Am Sonntagmorgen mussten wir wie immer recht früh aufstehen, um anschließend zum Frühstück zu gehen und um rechtzeitig um kurz vor neun Uhr in unserem Gruppenraum einzutreffen, wo einige organisatorische Informationen zur Abfahrt auf uns warteten. Es wurde geklärt, wie die Schlüsselabgabe, die Zimmerkontrolle und die Abreise am nächsten Morgen ablaufen sollte. Anschließend verließen uns die Mädchen, die an die Marathonstrecke gingen, um die deutschen Läufer anzufeuern. Wir Jungs blieben vorerst zurück in der Jugendherberge, um uns einen Vortrag über das Thema Doping Prävention anzuhören, indem auch erklärt wurde, wie ein Kontrollvorgang abläuft und welche Mittel/ Methoden verboten sind. Dieser Vortrag dauerte ungefähr eine Stunde bis zehn Uhr. Inzwischen waren die Mädchen zurückgekommen und tauschten mit uns die Rollen: Sie hörten sich nun den Doping-Vortrag an und wir Jungs suchten die Marathonstrecke auf, an der wir mit unseren Buchstaben, mit denen wir die Worte „GO GERMANY“ schrieben, und Tröten bewaffnet ein wenig Stimmung für alle Läufer-  aber insbesondere für die deutschen Läufer - machten. Gegen elf Uhr trafen wir dann wieder in der Jugendherberge ein und hatten einen unserer „Athleten-Talks“, dieses Mal mit dem Speerwerfer Andreas Hofmann, der an den Tagen zuvor die Silbermedaille für Deutschland gewonnen hatte. Zunächst wurde von einer der Betreuerinnen eine Art Interview geführt, anschließend durften allerdings auch wir, der Nachwuchs, Fragen an Hofmann stellen. Zu Schluss holte Hofmann noch seine Medaille hervor, die er extra für uns mitgenommen hatte und wir konnten Fotos mit ihm machen und Autogramme abstauben. Als der Speerwerfer gegangen war, gab es dann auch für uns noch eine Siegerehrung, nämlich die der „Olympiade“ und der Stadtrallye, die wir am zweiten Tag gemacht hatten. Im Anschluss schauten wir noch einen kleinen Zusammenschnitt mit den besten Momenten und den Videos der Stadtrallye. Nach Beendigung der Siegerehrung bekamen wir Freizeit, bis wir uns um viertel vor sechs im Olympiastadion zur letzten Session treffen wollten. Als wir und schließlich auch die letzten eingetroffen waren, gab es vor der Abendsession noch die nächste Ausgabe unserer Athleten-Talks, dieses Mal mit dem Weitspringer Fabian Heinle und der Dreispringerin Jessie Maduka. Der Ablauf war wie gehabt: Interview, Fragen und Fotos.
Danach ging es dann um sieben Uhr zur letzten Session dieser European Championships. Wie immer hielten wir lustige Anfeuerungs- und Glückwunschsprüche mit unseren Buchstaben hoch, schrien und tröteten. Die Stimmung war sehr gut an diesem letzten Tag und erreichte mit dem Sieg von Gesa Krause über die 3.000 Meter Hindernis und dem Staffelfinale der Frauen mit starkem Bronze-Rang für Deutschland ihren Höhepunkt. Auch Konstanze Klosterhalfen schnitt mit dem fünften Platz über 5.000m sehr gut ab. Ein weiteres Highlight dieses Abends war definitiv der U20 Weltrekord und auch der Sieg des jungen Schweden Armand Duplantis im Stabhochsprung.
Als die Session zu Ende war, beeilten wir uns, zur U-Bahn zu kommen, denn es stand zum Abschluss der EM und unseres Jugendlagers etwas ganz Besonderes an: Wir durften die Closing-Party besuchen, zu der nur die Helfer und Athleten Zugang hatten . Dort gab es gute Musik zum Tanzen, Getränke und hervorragende Stimmung.

Montag, 13. August 2018

Um kurz vor ein Uhr in der Nacht trafen wir uns wieder um den Heimweg zur Jugendherberge anzutreten. Dort angekommen, fielen wir schließlich müde nach diesem aufregenden Tag in unsere Betten.
Doch ausschlafen konnten wir auch dieses Mal nicht: Um acht Uhr war ein letztes Mal aufstehen und frühstücken angesagt, da wir um neun Uhr auf unseren Zimmern sein mussten, damit die Zimmerkontrolle durchgeführt werden konnte. Anschließend verließen wir das Zimmer, und dann kamen die traurigsten Momente dieses Jugendlagers: Es hieß Abschied nehmen. Abschied von allen Nachwuchs-Athleten, die zu Freunden geworden waren und ans Herz gewachsen waren. Abschied von der guten Stimmung der vergangenen zehn Tage. Abschied von der EM. Abschied von den unvergesslichen Momenten, die wir in dieser Zeit erlebt haben und die wir für immer behalten werden, von denen wir  in 50 Jahren noch erzählen können und werden.
Dann verließen wir die anderen und traten den Heimweg an. Danke an alle für diese wunderbare Zeit, danke an alle, die an der Organisation beteiligt waren und danke an die Betreuer.

Fazit:

Es war ein einmaliges Erlebnis mit einer Gruppe bei einer EM zu zuschauen. Wir haben die Athleten hautnah erlebt und von ihnen Tipps bei den Athletentalks bekommen. Vielen Dank auch an den LVR, dass er uns sowas ermöglicht hat. Diese Zeit werden wir niemals vergessen. Vielen Dank!!!

Olivia Gürth, Lucia Sturm, Carla Uhrmacher, Thorben Henger, Dominik Willrich und Lucas Moritz Schuhen

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